5. Fläming-Burgenradtour

mit Start- und Zielort

Niemegk - dem Tor zum Hohen Fläming



1. Etappe, am 30.09.2017,

Niemegk - Wittenberg - Niemegk


Am Samstag trafen wir uns erstmalig zu ungewöhnlicher Zeit, nämlich bereits ab 8.30 Uhr, da der Start der einzelnen Etappen auf 9.30 Uhr vorverlegt wurde. Ein weiteres Novum war die Anmeldung der Dauerradler (alle 4 Etappen) auf einem gesonderten Anmeldeformular. Das erspart sowohl den Anmeldenden, als auch den Organisatoren Papier und Zeit. Vielen Dank an unser Vereinsmitglied Sabine, für diesen Verbesserungsvorschlag. Dank der Spenden einiger Sponsoren konnten die Teilnehmer gut versorgt auf die Strecke gehen. Der Pfarrer von Niemegk, Herr Geissler, zeigte als Luther sein vielfältiges künstlerisches Talent und schickte 80, nur gut gelaunte Radfahrer auf unsere "Bergetappe". Bei Kaiserwetter traten alle herzhaft in die Pedalen. Doch schon nach einigen wenigen Kilometern merkten doch einige, dass es ohne Training schwierig ist, im hügligen Gelände mitzuhalten. Bis zur Mittagspause hielten dann doch alle durch.

Auf der Wiese an der Schlosskirche erwartete uns dann bereits die "Historische Stadtwache von Wittenberg" mit einem Ständchen. Nach der Begrüßung durch einen Vertreter des OB, Herrn Schelhaas, konnten sich dann alle an Gulasch mit Nudeln und verschiedensten Getränken aus dem rollenden Partyservice von Herrn Kamischke, laben.

Natürlich warteten auch unsere Gaukler Olivarius, alias Martin Luther und Geronimus, alias Doktorus Hippokrat darauf, unseren Teilnehmern eine unterhaltsame Geschichtsstunde zum Werdegang und zur Zeit Martin Luthers zu geben. Natürlich wieder einmal unter Einbeziehung fleißiger Statisten aus dem Radlertross.

Anschließend nahmen alle Teilnehmer Aufstellung zu einem Foto vor der Schlosskirche und Frau Dr. Metzner, Pfarrerin der Schlosskirche und Vorsitzende des Priesterseminars gab einen kurzen Einblick in die Historie der Schlosskirche, bevor alle noch die Gelegenheit erhielten einen kurzen Blick in die neu restaurierte Kirche zu werfen.

Mit 15 Minuten Verspätung ging es dann auf den Rückweg, die sich leider durch das Verfahren unseres Fahrwartes Christian noch weiter ausbaute. So trafen wir erst 30 Minuten später, als geplant in Garrey in der Pension und Gasthaus Lehmann ein. Bei leckerem Kuchen und Kaffee waren die Strapazen schnell vergessen, so dass wir fast pünktlich wieder in Niemegk an der Kirche ankamen.

Hier wartete schon das nächste Highlight, nämlich ein Konzert des Gemischten Chores Bad Belzig und des Kirchenchores St. Johannis Niemegk auf unsere Teilnehmer und zahlreiche weitere Interessenten (das Foto wurde geschossen, bevor sich die Kirche füllte). Ein Konzert, das alle Zuhörer begeisterte und einen würdevollen Abschluss des Tages darstellte.

Viele Radfahrfreunde, die sich Unterkünfte in der Umgebung gesucht haben, wollen den Abend bei gemeinsamen Gesprächen ausklingen lassen und freuen sich schon auf den morgigen Tag.


ALSO - BIS MORGEN!




2. Etappe, am 01.10.2017

Niemegk - Treuenbrietzen - Niemegk


Nachdem uns Petrus heute morgen auf eine wirklich harte Probe gestellt hatte - es schüttete wie aus Eimern - und einige, der Teilnehmer, die eigentlich vor hatten mitzuradeln doch lieber wieder nach Hause gingen, hatte er dann anscheinend doch ein Einsehen und wir konnten mit nur 15 Minuten Verspätung bei leichtem Regen mit 60 "wasserharten" Teilnehmern starten. Über die "Bergdörfer" Hohenwerbig, Zeuden, Pflückuff, es galt 60 Höhenmeter zu überwinden, ging es dann bei weiter nachlassendem Regen nach Rietz zu unserem befreundeten Radfahrverein. Dort wurden wir, wie gewohnt, sehr herzlich empfangen und da das Wetter ja nicht wirklich mitspielte nicht im Zelt, sondern in der geheizten so zu sagen "Guten Stube" des Vereins. Und da wir bergab sogar noch etwas Zeit gut machen konnten, hatten alle ausreichend Zeit, ihre Kleidung etwas zu trocknen.

Sowohl die traditionelle Erbsensuppe aus der Gulaschkanone mit Würstchen und Sauerkraut, sowie der leckere selbstgebackene Kuchen hat wieder allen gemundet. Auf vereinzelten Wunsch wurde sogar gegrillt. Es war, wie immer, perfekt! Herzlichen Dank an dieser Stelle, den vielen fleißigen Helfern.

Selbstverständlich ließen es auch unsere Gaukler sich nicht nehmen und klärten uns unter viel Gelächter darüber auf, wie Luther zu seinen 95 Thesen kam und stellten nach dem Anschlag derselben an die Kirchentür der Schlosskirche zu Wittenberg und dem darauffolgenden Kirchenbann, sogar die Szene auf der Wartburg nach, in der Luther mit seinem Tintenfass den Teufel in die Flucht schlug. Unter dem Verweis, dass alle, die wissen wollen, wie es weiter geht, morgen doch wieder mitradeln sollten, verabschiedeten sich die beiden. Nach einem Blick in das sehr liebevoll gestaltete Schulmuseum im Gemeindehaus und einem Gemeinschaftsfoto, traten alle, nun bei fast trockenem Wetter, die Weiterfahrt nach Treuenbrietzen an.

In Treuenbrietzen vor dem Rathaus erwartete uns schon eine Delegation unter der Leitung des Alten und neuen Bürgermeisters Herrn Knape. Mit sehr herzlichen Worten hieß er uns in seiner Stadt willkommen und bot den Teilnehmern 5 verschiedene Führungen zu Sehenswürdigkeiten der Stadt an, die als Mitglied im Verbund der mittelalterlichen Stadtkerne einiges zu bieten hat. Da viel manchem die Wahl schwer, da insgesamt nur eine Stunde zur Verfügung stand. Herr Knape selbst ließ es sich nicht nehmen, eine Gruppe durch das historische Rathaus zu führen. Eine weitere Gruppe besuchte beide Kirchen, eine das Gildehaus und eine die Radstation und den Wasserturm. Zusätzlich gab es noch eine Menge Info- und Kartenmaterial, speziell für Radfahrer und Radwanderer.

Alles in allem ein wirklich toller und gut durchorganisierter Empfang, was an einem Sonntag nicht wirklich selbstverständlich ist. Wir bedanken uns an dieser Stelle beim Bürgermeister Herrn Knape und seinen fleißigen Helfern und kommen gern, bei einer unserer nächsten Touren wieder vorbei.

Auf der Rückfahrt von Treuenbrietzen nach Niemegk gab es dann noch einen geplanten Kaffeestopp in Haseloff "Am Wachtelberg".

Die Wirtsleute hatten bereits Kuchen- und Kaffeegedecke vorbereitet, die sich fast alle munden ließen. Da es aber auch leckere Eisbecher gab, griffen einige auch dort lieber zu.

Pünktlich um 16.45 Uhr kamen wir wieder an der Kirche in Niemegk an, wo schon Frau Jutta Linthe, ingesamt 28 Unentwegte zu einer Historischen Stadtführung in Empfang nahm.

Nach diesem ereignisreichen Tag, freuen sich schon alle, die morgen nicht arbeiten müssen, auf die 3. Etappe und schicken Stoßgebete gen Himmel, doch morgen wieder öfter Mal die Sonne scheinen zu lassen oder wenigstens den Regen unter Verschluss zu halten.

Wobei man auch heute wieder gesehen hat - richtige Radtouristen hält auch Regen nicht vom Radfahren ab.

Und im Übrigen gibt es kein schlechtes Wetter -

sondern nur die falsche Kleidung!


In diesem Sinne - bis morgen!




3. Etappe, am 02.10.2017

Niemegk - Bad Belzig - Niemegk


Der Morgen des "Brückentages" sah viel versprechend aus, denn die Sonne ging blutrot auf. Der Wind hatte aufgefrischt und damit leider unser Zelt umgeworfen, so dass es wie ein Maikäfer auf dem Rücken aussah, als wir kurz vor 8.30 Uhr auf dem Kirchplatz erschienen. Schnell wurden die Seitenteile entfernt, um dem Wind Angriffsfläche zu entziehen. Da es trocken war, wurden auch die Tische und Bänke für die Anmeldung wieder draußen aufgestellt, nachdem wir sie gestern unter das Zelt geholt hatten. Was aber leider auch nicht viel genutzt hatte, da sich das Zelt in eine Tropfsteinhöhle verwandelte und alle Papiere aufgeweicht waren.

Also, heute ohne Regen starten, das war schon einmal was gegenüber gestern. Frohgemut gingen rund 50 Teilnehmer auf die Strecke. Da wir auf dem R1 Rückenwind hatten, waren wir bereits um 11.30 Uhr in Bad Belzig. Dank der Freiwilligen Feuerwehr Bad Belzig , die für uns Bierzeltgarnituren auf dem Kirchplatz aufgestellt hatten, machten wir es uns erst einmal gemütlich an denselben. Aber wo blieb das Essen der Fleischerei Baumgart? Ein kurzer Anruf - und... wir sind unterwegs. Nach 30 Minuten dann ein Gegenanruf - wo seid ihr denn, wir stehen auf dem Kirchplatz in Niemegk und wollen das Essen ausliefern. Na da ist wohl gehörig was schief gelaufen! Aber keine Panik, wir drehen um und bringen das Essen, wie abgesprochen nach Belzig zum Kirchplatz. Tja, nach einer guten 3/4 Stunde nach dem Anruf, traf das Essen endlich ein. Zwischenzeitlich fing es an zu regnen und alle zogen sich in die Kirche zurück. Dort haben wir die Zeit sehr gut überbrückt, indem Herr Kunze uns die einzelnen Orgeln nicht nur vorstellte, sondern sie auch anspielte. Als dann das Essen eintraf, durften wir in der Kirche dieses zu uns nehmen, da es draußen immer heftiger anfing zu regnen. Die sehr leckere Gemüsesuppe entschädigte dann für das lange Warten, so dass fast alle sich eine 2. Portion holten. Da die Fleischerei mit 80 Portionen gerechnet hatte, war das auch überhaupt kein Problem. Derart gestärkt freuten sich nun alle auf die Fortsetzung unseres 4-Teilers "Das Leben des Martin Luther". Im 3. Teil ging es um die nicht unumstrittene Rolle Luthers im Bauernkrieg, seine wachsende Popularität durch die Vervielfältigung der Konterfeie von Luther durch Lukas Cranach und seine Ehe mit der entlaufenen Nonne Katharina von Bora. Eine sehr interessante Geschichtsstunde, in der sich die Teilnehmer als Cranachschüler beweisen durften und unsere Künstler bewiesen, dass auch in einer Kirche gelacht werden darf.

Nach der Mittagspause machten sich dann fast alle, im Regen auf den Rückweg über Bergholz, Grubo und Raben. Leider war durch den regenverhangenen Grauschleier kaum etwas von der herrlichen Landschaft zu sehen. Ziemlich durchnäßt kamen wir dann in Raben im Gasthaus Hemmerling an, um uns bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen im geheizten Saal aufzuwärmen. Da wir noch etwas Zeit hatten, konnten wir uns die wunderschön bemalte und ausgestattete Feldsteinkirche in Raben ansehen. Denn auch hier war Luther zu Gast, ebenso, wie in allen Kirchen, die wir auf unserer diesjährigen Reformationstour bereits besichtigt hatten.

Auf direktem Weg über Rädigke und Neuendorf ging es dann zurück nach Niemegk, bei leicht nachlassendem Regen.

Einige Enthusiasten ließen es sich nicht nehmen und nahmen das Angebot von Hartwig Mathes (Vorsitzender des Volkstheatervereins) an, einiges Wissenswertes über unser Volkstheater in Niemegk zu erfahren und auch einmal hinter die Kulissen zu schauen.

Ziemlich durchnässt, aber um viele Erfahrungen und Informationen reicher, versprachen fast alle, am letzten Tag der Tour wieder dabei zu sein.



4. Etappe, 03.10.2017

Niemegk - Beelitz - Niemegk


 

 

 

 


Anscheinend hatte Petrus am letzten Tag der Tour doch Mitleid mit den Radlern und schickte am Morgen die Sonne, um uns zu begrüßen und Mut zu machen.

Da der heftige Wind am Tag zuvor unser Zelt restlos entschärft hatte, nahmen wir die Anmeldungen bei einer Sonne/Wolkenmixtur und Wind nur unter freiem Himmel entgegen.

Die zwei Tage Regen hatten wohl doch einige Radfahrer mutlos werden lassen, so dass wir mit gerade einmal 50 Teilnehmern, bei bewölktem, aber trockenen Wetter Richtung Treuenbrietzen aufbrachen. Da diese Strecke zwar die kilometermäßig längste, aber auch flachste Strecke der Tour war, konnten wir pünktlich um 12 Uhr vom Beelitzer Frauenchor und der Hauptamtsleiterin auf dem Posthaltereihof in Empfang genommen werden. Einem wunderschön restaurierten Hof und Gebäude, in dem früher die Postkutschen auf ihrem langen Weg von Berlin nach Leipzig hielten.

Auch der Partyservice von Ronny Kamischke war wieder vor Ort und versorgte uns mit Kartoffelsuppe und verschiedensten Getränken.

Und, wer hätte das gedacht, auch unser Martin Luther und Doktorus Hippokrati warteten schon darauf, das geneigte Publikum mit der letzten Episode aus dem Leben des Martin Luther zu erfreuen und zu unterhalten. Doktorus Hippokrati führte dem Geist der aufkeimenden Renaissance entsprechend einige Experimente durch, die die Zuschauer echt verblüfften. Und Martin Luther merkte zum Ende seines Lebens, dass er mit seiner Reformation die Kirche und damit die Menschheit gespalten hatte. Was zu immer größeren Auseinandersetzungen führte und schließlich im 30 jährigen Krieg gipfelte. Da unsere beiden Gaukler die ganze Sache nicht ganz so bierernst nahmen und sowohl die Geschichte als auch die Kirche karikierten, wurde es dem "lieben Gott" wohl doch zu bunt, denn er schickte just zum Ende des letzten Aktes einen kräftigen Regenschauer. Schnell flüchteten alle in die Kirche und der Pfarrer erzählte uns noch einiges über den leider sichtbaren Verfall des Gemäuers und bat alle Anwesenden um Hilfe, bei der Rettung der Kirche, die durch Feuchtigkeit stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist.

Pünktlich um 13.30 Uhr setzte sich der Tross wieder in Bewegung. Diesmal ging es durch die Felder nach Schlalach, wo schon eine leckere Kaffeetafel in "Bimies Linde" wartete. Nach der Stärkung statteten wir noch der hübschen kleinen Kirche einen Besuch ab und erfuhren von Corinna Roike, einem Mitglied der Kirchengemeinde, einiges Interessantes zu dieser Kirche.

Nachdem sich ab der Mittagspause schon der eine oder andere Radfahrer Richtung Heimat verabschiedet hatte, beendeten wir die Tour offiziell und baten aber darum, dass alle noch ordentlich im Konvoi zurück bis nach Niemegk fuhren. Was auch alle taten und sich dann auf dem Kirchplatz in Niemegk von einander verabschiedeten und den Heimweg antraten.

Aus unserer Sicht eine rundum gelungene Tour ging so nach vier ereignis- und erlebnisreichen Tagen zu Ende.


An dieser Stelle bedanken wir uns im Namen des Vereins noch einmal bei allen fleißigen Helfern, Sponsoren, Ort- und Kirchenvorständen ohne die, diese Tour nicht so ein Erfolg geworden wäre.


DANKE!

 

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