Bilder und Eindrücke der 3. Tour 

1. Etappe am 01.10.2015  

von Wiesenburg nach Thießen und zurück

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Ein Novum in vielerlei Hinsicht stellte unsere 1. Etappe der  

3. Fläming-Burgenradtour dar.

Neben einem neuen Teilnehmerrekord für eine 1. Etappe mit  

71 Radlern, waren wir  dieses Mal auch völlig auf uns allein gestellt.

Aber nach einer kurzen Einweisung der Ordner ging es ohne Polizeibegleitung und DRK auf die Strecke.

Wie in den vergangenen Jahren war uns wenigstens Petrus hold und wir radelten sehr diszipliniert in Wiesenburg los. Die Kinder der Schule in Wiesenburg winkten uns auf der Strecke zu, ebenso wie viele Einwohner in den Dörfern, durch die wir kamen.

Im Kupferkammer Thießen legten wir dann die wohlverdiente Mittagspause ein. Die Wirtin Frau Specht und ihr Team servierte uns ein sehr schmackhaftes und reichliches Mahl. Zur Auswahl standen Frikassee und Gulaschsuppe. Bei herrlichem Sonnenschein genossen viele die Pause im Freien.  

Unsere Gaukler erfreuten alle diesmal in der Mittagspause mit einem Stück, das hervorragend zum Kupferhammer passte. Ein reicher "Sack" wurde durch den Lärm der Schmiede (Kupfer- und Eisenschmiede) so genervt, dass er ihnen jeweils 500 Goldstücke anbot, wenn sie umzogen. Diese nahmen das Angebot dankend an und zogen um - der Eisenschmied zum Kupferschmied und umgekehrt. So war der reiche Sack zwar um sein Geld geprellt, aber der Lärm ging weiter. Also zog schließlich der reiche "Sack" selbst um - nach Loburg! ;) Mal sehen was uns in Loburg erwartet. 

Im Anschluss hatten alle die Möglichkeit an einer Führung durch die Werkstatt des Kupferhammers teilzunehmen, wovon auch rege Gebrauch gemacht wurde.

Beim Start zur Rücktour gab es eine kleine Verzögerung, da Frau Panzner die Warnblinkanlage vergessen hatte und sich dadurch die Batterie des Schlussfahrzeuges entladen hatte. Naja, was soll man dazu sagen - Frauen und Technik! ;)

Aber unsere Gaukler hatten "Gott-sei-Dank" ein Starterkabel dabei - was es nicht im Mittelalter schon so alles gab - so dass schnell alles wieder im Lot war.

Auf der B107 wurden wir dann derart von LKWs und rasenden PKWs bedrängt, dass wir entschieden, der Sicherheit halber einen Umweg in Kauf zu nehmen, der die Gesamtlänge der Strecke dann auf 80 km anwachsen ließ. 

Diese alternative Strecke führte nicht nur durch herrliche Pilzwälder, über die sogenannten "Balkandörfer" Lehsdorf,  Mützdorf und Grubo, sondern auch auf einer schönen Radstrecke durch Wiesen direkt von Jeserig nach Wiesenburg. Etwas verspätet gegen 17.00 Uhr trafen wir dann dort wieder ein.

Einige Unverdrossene ließen sich dann noch zu einer Parkführung durch den Schlosspark entführen, die von den Teilnehmern als sehr interessant gelobt wurde.  

Ziemlich geschafft, aber doch guten Mutes begaben sich die meisten dann zu ihren gebuchten Unterkünften, nach dem sie ihre Fahrräder auf einem privaten Vierseithof untergestellt hatten. 

 

 

Erst einmal möchte ich mich bei unseren Radfahrfreunden entschuldigen, dass Sie etwas länger auf die Auswertung der 2.-4. Etappe warten mussten. Sie hat durch die fehlende Polizeibegleitung doch mehr geschlaucht, als erwartet. Aber, jetzt geht es weiter....

 

 

2. Etappe am 02.10.2015 

von Wiesenburg nach Loburg und zurück

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Wie erwartet, starteten wir am 2. Tag mit strahlendem Sonnenschein und 58 Radfahrern auf unsere längste Etappe in Richtung Medewitz. Auf einer Kalibrierstrecke ging es dann quer durch den Wald nach Dobritz und weiter über Deetz und Lindau nach Loburg. In Loburg wurden wir, wie schon im vergangenen Jahr aufs herzlichste vom Verein "Loburger Weg"e.V. auf der Burg empfangen. Es gab selbstgemachten Kartoffelsalat und Würstchen. Auch der Kräutertee aus dem eigenen Garten schmeckte hervorragend. Die Besteigung des neurenovierten Turmes und die Ausstellung von über 1000 Kaffeekannen in den neu hergerichteten Räumen der Burg, waren ein Erlebnis. Diese Räume wurden in Eigenregie und -kosten des Vereins zu einem wahren Schmuckstück. Absolut sehenswert!

Und, wie sollte es anders sein - der reiche "Sack" wohnte jetzt auch in der Burg in Loburg. Und wie der Zufall es wollte, kam auch der Kupferschmied aus Thießen nach Loburg, um seine Pfannen zu verkaufen. Durch eine "Zauberpfanne" gelang es dem Kupferschmied den reichen "Sack" wiederum um 500 Goldstücke zu erleichtern. Dieses Geld hatte im Vorfeld die Bürger von Loburg durch einen schlauen Schachzug des Schmieds entschuldet, so dass sie sich zusammenschlossen, ein Rathaus bauten und den reichen "Sack" (alias Lehnsherrn) aus Loburg vertrieben (historisch belegt).

Gut gestärkt und toll unterhalten ging es auf den Rückweg. Diesmal auf der direkten Strecke über Schweinitz und Reuden. In Reetz wurde unser Tross durch die Bürgerinitiative "Radweg zwischen Wiesenburg und Reetz jetzt" kurz gestoppt. Viele Teilnehmer ließen sich gern mit einem Transparent fotografieren und gaben ihre Unterschrift für dieses Ansinnen. 

Wiederum gegen 17.00 Uhr kamen alle wohlbehalten in Wiesenburg an, wo der Handwerkskeller unter Frau Babara Reimann noch geöffnet hatte, um Vorführungen im Spinnen und Filzen darzubieten. Leider wurde dieses Angebot zu wenig gewürdigt, da viele es eilig hatten in ihre Unterkünfte zu kommen, bzw. noch zum Kabarettabend in der "Remise" oder zum Oktoberfest nach Niemegk wollten. Alles in allem eine gelungenen Tour, die dann doch leider insgesamt über mehr als 74 km führte.

 

 

 

3. Etappe am 03.10.2015

von Wiesenburg nach Zi-e-sar und zurück

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Am "Silberhochzeitstag" der deutschen Einheit begaben sich 88 Radler bei wiederum herrlichstem Sonnenschein auf die Piste. Entlang der B107, allerdings auf dem Radweg, fuhren wir gen Görzke und weiter nach Buckau. In Buckau erwartete uns bereits der Pfarrer an der Dorfkirche, um einen interessanten Einblick in die Geschichte der Kirche zu geben. Auf direktem Weg ging es dann weiter nach Ziesar.  

Auf der Burg erwarteten uns bereits der ansässige Heimatverein mit Speis und Trank. Einem Kesselgulasch vom "Burghotel" zubereitet, welches zwar schmackhaft, aber mit 6,50€ für eine kleine Schale deutlich überteuert war.Der Verein hatte noch selbstgebackenen Kuchen und Kaffee im Angebot, was dann auch dankbar angenommen wurde und sehr schnell alle war.  

Natürlich war auch der reiche "Sack" weiter nach Ziesar gezogen. Man ahnt es schon, auch der Kupferschmied war zur gleichen Zeit in Ziesar, um seinen todkranken Bruder (seines Zeichens steinreicher Steinmetz) zu besuchen. Als der reiche "Sack" erfuhr, dass der noch reichere Steinmetz der Bruder des armen Kupferschmiedes war und im Sterben lag, witterte er eine Chance an das Geld des Steinmetz zu kommen. Er bot sich an, für den Kupferschmied die Grabpflege zu übernehmen, nachdem er dem Kupferschmied für die Reise 500 Goldstücke gegeben hatte. Dieser willigte ein und reiste ab. Nach der Totenwache ließ der reiche "Sack" den Sarg wieder ausbuddeln und entdeckte zu seinem Schrecken, dass das Wichtigste für den Steinmetz seine Steine waren und der wahre Schatz verborgen blieb. Selbiger wurde erst vor ein paar Jahren wirklich in Ziesar gefunden.  

Nachdem einige den Burgturm erklommen und andere sich in der Kappelle und im Heimatmuseum umgesehen hatten, machten wir uns gegen 14.00 Uhr wieder auf den Heimweg.

Dieser führte uns über Gräben, Verlorenwasser und Schmerwitz zurück nach Wiesenburg. Da es überwiegend über Nebenstraßen oder Radwege ging, kamen alle wohlbehalten wieder gegen 17.00 Uhr in Wiesenburg an. Da der Turm in Wiesenburg und auch die Kunsthalle noch geöffnet waren nutzen einige noch diese Möglichkeit den Abend ausklingen zu lassen, bevor sie sich in ihre Quartiere oder auf den Heimweg begaben.

 

 

 

4. Etappe am 04.10.2015

von Wiesenburg nach Rietz (Treuenbrietzen) und zurück

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Auf diese letzte Etappe freuten sich schon alle Radfahrer, die auch schon an den beiden ersten Touren teilgenommen hatten. Denn sie wussten bereits, dass wir in Rietz, beim befreundeten Radfahrverein, besonders herzlich empfangen werden.

Also starteten wir mit 62 Radfahrern, wie soll es auch anders sein, wiederum bei herrlichstem Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen in Wiesenburg. Allerdings mit etwas Verzögerung, denn ein Rettungseinsatz der Feuerwehr mit Hubschrauber, ließ zunächst niemanden auf den Platz, wo unser Zelt für die Anmeldungen stand. Ja eben stand, denn jetzt war es durch den Luftzug des Hubschraubers durch die Luft gewirbelt worden. Es lag verkehrt herum und leider auch zerstört ca. 50m weiter. Als der Hubschrauber endlich gestartet war (er wurde doch nicht für den Rettungseinsatz benötigt), suchten wir schnell alle herum geflogenen Unterlagen zusammen, wobei viele Teilnehmer fleißig mit halfen. Mit ca. 10 Minuten Verspätung ging es dann endlich los. Auf dem Radweg von Wiesenburg nach Klein Glien, dann auf Nebenstraßen über Borne nach Bad Belzig. An der Burg Eisenhardt vorbei, die wir diesmal links liegen ließen, weiter nach Preußnitz und Dahnsdorf. In Dahnsdorf wurde eine kurze Rast am ehemaligen Rittergut des Deutschritterordens gemacht. Dann ging es weiter vorbei an der Komthurmühle (früher auch zum Rittergut gehörig, heute eine Forellenzuchtanlage) durch das Gewerbegebiet Niemegk, weiter auf dem Radweg nach Rietz über Haseloff.

Wie erwartet wurden wir hier auf das herzlichste empfangen und mit Erbsensuppe mit Sauerkraut aus der Gulaschkanone (eine Spezialität des Vereins), Gegrilltem, und selbstgebackenen Pfann-und Spritzkuchen verwöhnt.

Alle warteten auch schon gespannt auf das Finale unserer "Gaukler". Und da waren Sie auch schon, denn der reiche "Sack" war nach der Blamage in Ziesar weiter gezogen, nach Rietz und hatte sich im dortigen Schloss (was es leider nicht mehr gibt, aber historisch belegt ist) niedergelassen. Und natürlich ließ auch der Kupferschmied nicht lange auf sich warten, um seine Pfannen in Rietz zu verkaufen. Der reiche "Sack" ließ verlauten, dass er nicht mehr auf den Kupferschmied herein fiele und er nur noch an sein Geld kommen würde, wenn er es ihm stehlen würde. Auf diesen Handel ließ sich der Kupferschmied ein, unter der Maßgabe, wenn ihn der reiche "Sack" beim Stehlen erwischen würde, dass er ihn hängen kann. Es kam, wie es kommen musste, der Kupferschmied wurde erwischt und sollte nun gehängt werden. Aber in Rietz gab es keinen Galgen, so machte der Kupferschmied einen Vorschlag. Er würde freiwillig nach Wittenberg gehen, dort gab es einen Galgen und sich dort selbst hängen lassen. Natürlich brauchte er für die Reise nach Wittenberg Geld und auch noch Geld für eine Henkersmahlzeit. Wie zu erwarten, gab ihm der reiche "Sack" das Geld, nur um ihn los zu werden. Der Kupferschmied zog los, gab dem Reichen aber zu verstehen, dass er einen Boten schicken würde, der ihm von der gelungenen Hinrichtung berichten sollte. Einige Zeit verging und der Bote traf tatsächlich aus Wittenberg ein. In der Botschaft berichtet der Kupferschmied von seiner lustigen Hinrichtung und dem schmackhaften Henkersmahl, dass er mit seiner ganzen Familie danach genossen hatte. Also war der reiche Sack zum wiederholten Male vom schlauen Kupferschmied aufs Kreuz gelegt worden.  

Und die Moral von der Geschicht -  

Reichtum schützt vor Dummheit nicht!  ;)

Mit einem kurzen Hinweis, dass wir uns im nächsten Jahr dann im niederen Fläming wiedersehen, verabschiedeten sich die Gaukler von uns und wir uns vom Radfahrverein Rietz.

Bis Niemegk ging es auf dem selben Radweg wieder zurück, um dann nach Neuendorf einzubiegen. In Rädigke radelten wir am Bibliotheksgasthof Moritz und dem Mufflongehege vorbei, um dann am Naturparkzentrum Hoher Fläming in Raben eine Rast einzulegen.

Der Obst- und Kräutergarten waren ebenso interessant, wie der Laden mit typischen Flämingköstlichkeiten und nicht zu vergessen das Eis, welches sich viele Teilnehmer schmecken ließen.

Danach ging es auf dem Radweg weiter nach Grubo und nach Jeserig. Auf dem bereits bekannten Weg durch die Wiesen fuhren wir auf dem kürzesten Weg dann nach Wiesenburg.

In der Kunsthalle warfen alle noch einen Blick auf die Ausstellung, bevor wir uns mit einem herzlichen Dankeschön bei allen Teilnehmern für ihre disziplinierte Fahrweise und vor allem bei unseren Ordnern bedankten.

Nur durch den beherzten, kuzfristigen Einsatz der Ordner (alles Radfahrer - Ullrich Pahl, Sabine Wichmann, Christian Marthe, Uwe Winter, Eckehardt Walter) war es überhaupt möglich diese Radtour durchzuführen, nachdem wir zwei Tage vor der Tour die Absage der Polizeibegleitung erhielten.  

 

Dank Michael Dittmann, eines neuen Tourteilnehmers aus Berlin, können wir euch einen Videomitschnitt von der 4. Etappe zur Verfügung stellen:

 

für den 1. Teil der Tour - <iframe width="560" height="315"
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für den 2. Teil der Tour - <iframe width="560" height="315"
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Vielen Dank, Michael und euch viel Spaß beim Ansehen! 

 

Wir haben alle eine tolle Tour, bei herrlichstem Wetter (auch ein Dankeschön an Petrus, der uns wieder einmal verwöhnte) erlebt und sind stolz, dass wir sie ohne Probleme, ohne Pannen oder Unfälle gemeistert haben.

 

D A N K E ! ! !

 

 

Und, wie heißt es so schön - nach der Tour ist vor der Tour!

 

Also, wir sehen uns hoffentlich alle im nächsten Jahr wieder! 

 

Spätestens auf der "Grünen Woche " in Berlin und natürlich hier werden wir die 4. Fläming-Burgenradtour präsentieren.

 

WIR MACHEN WEITER - WER MACHT MIT ?

 

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